Rückblick auf die Herbst-Fotoreise in Schwedisch-Lappland
Wird wieder alles so, wie es schon im Juni war oder doch ganz anders?
Der Ablauf dieser Durchführung ist ja im Grundsatz der gleiche wie schon im Juni. Und die Region in Schwedisch-Lappland kenne ich so gut, dass mich - wenn überhaupt - nur das Wetter überraschen oder nervös machen könnte. Nicht wegen mir, sondern weil solche Outdoor-Vorhaben bei schönem Wetter insgesamt besser fürs Wohlbefinden sind. Denn auch wenn man Naturereignisse nicht bestellen oder erwarten kann, so wünscht man sich für die Gruppe dennoch nur das Beste.
Die Herbst-Crew kam zeitgleich im selben Flieger in Arvidsjaur an. Wir fahren ins Haus, beziehen die Zimmer und starten das gemeinsame Kennenlernen bei einem Apéro mit Rentier- und Elch-Salami, cremigem Brie, Chips, Knäckebrot, salzige Butter, Bier und natürlich durfte auch der 3-Liter-Tank Rosé nicht fehlen.
Am Samstag geht es jeweils zuerst nach Arvidsjaur in die Stadt. Einkaufen. Diesmal waren es Merino-Socken aus dem Sportgeschäft, richtige Wanderschuhe (weil man die eigenen der Freundin der Tochter überlassen hat) sowie Snacks für die Woche aus dem Coop und ein traditionelles Sami-Messer aus der Souvenir-Boutique bei Åsa.
Die Qual der Wahl
Messerliebhaber Andy im siebten Himmel.
Foto: (iPhone 14 pro max)
Belichtungsdreieck und Aussichtsturm
Am Nachmittag startet dann der erste Theorieteil zum Belichtungsdreieck: Blende, Verschlusszeit und ISO, gefolgt von einer ersten, kurzen Wanderung zu einem Aussichtsturm, um einerseits die Theorie direkt in die Praxis umzusetzen, aber auch um sich vom Turm oben eine Vorstellung zu machen, wie viel Wald und Seen uns eigentlich umgeben. Anschliessend gab es eine kurze Einführung ins Fischen - doch das Kilo Entrecote am Stück auf dem Grill zum Abendessen hat den fehlenden Fisch mehr als wettgemacht.
Andy & Robert waren mit X-T Kameras von Fujifilm unterwegs, Franziska mit einer Canon R7 und ich hatte diesmal nebst der Leica M6 (analog) auch wieder eine Fuji dabei… meine neue GFX 100s II.
Trollforsen
Der Sonntag gehörte auch dieses Mal wieder dem Ausflug zu den Trollforsen. Für mich persönlich ist das noch immer einer der schönsten Orte hier oben in Schwedisch-Lappland. Die letzten dreissig Minuten der Hinfahrt ist man auf Schotterstrassen im Wald unterwegs, wo Begegnungen mit Rentieren sehr häufig vorkommen.
Rentiere im Wald
Dieses Foto ist aus dem Auto heraus entstanden, mit heruntergelassenen Fenster.
Foto: Andy mit seiner Fuji X-T5.
…und noch eines
Ein Stück weiter, wieder ein hübsches Exemplar.
Foto: Robert mit seiner Fuji X-T3.
Aller guten Dinge sind drei
Foto: Franziska mit ihrer Canon R7
Jeder findet bei den Trollforsen seinen Spot und seine eigene Begeisterung, denn an Motiven fehlt es nicht.
The Firestarter
Bei meinen Teilnehmern scheint sich Nacktbaden bei ausgesprochen kühlen Wassertemperaturen, wie schon im Juni, zu etablieren - genauso wie die Schinken-Käse-Toasts vom Feuer. Andy stellt sicher, dass es immer brennt.
Leica M6, analog
Robert hat die Langzeitbelichtung für sich entdeckt. Fuji X-T3.
Für die kommenden Tage war Regen angesagt. Ideal, um die Fotos mal in Lightroom zu sichten und die ersten Bildbearbeitungen vorzunehmen. Mich freut es immer besonders, wenn man nach so kurzer Zeit schon sehen kann, wie sich die Fotos der Crew verändern und festgestellt werden kann, dass man mit manuellen Einstellungen an der Kamera eben doch mehr Kontrolle für das Gesamtbild hat - und auch kreativer fotografieren kann.
Wir helfen uns gegenseitig
Andy & Robert bei den Grundeinstellungen zu Lightroom. Die Unterschiede dieser Software zwischen Laptop, Macbook und iPad sind doch auffällig. Gut haben wir viel Zeit mit- und füreinander.
…oder sind im Fine-Tuning
Zeit für Bildbearbeitung hat man immer. Auch im Herbst starten wir die Touren eher gegen Mittag.
Regenwanderung Vittjåkk, Sami-Museum & Storforsen
Wenn es regnet, muss am Wochenprogramm geschraubt werden. So wurden die Wanderungen am Vittjåkk sowie der Tag in Jokkmokk beim Sami-Museum und der Nachmittag bei den Storforsen der Kanutour vorgezogen.
Nach dem Besuch im Sami-Museum in Jokkmokk hörte es auf zu regnen und wir hatten einen fantastischen Nachmittag bei den imposanten Storforsen.
Die Kanutour
Der Wetterbericht hat sich seit dem gestrigen Tag zu unseren Gunsten verändert. Kein Regen. Kein Wind. Gerade das Ausbleiben des Windes ist während der Kanufahrt auf den Seen ideal. 1. Bilderserie: Leica M6, Kodak Ultramax 400 - analog / 2. Serie darunter GFX 100s II.
Am Schlafplatz angekommen. In diesem leeren Waldstück werden die Zelte aufgestellt und am Wasser ein Lagerfeuer gemacht. GFX 100s II.
Doch in der klaren Nacht wurde es mit nur noch 3 Grad so richtig kalt. Als Entschädigung hatten wir um ca. 22 Uhr noch das Glück, die Nordlichter am Himmel tanzen zu sehen, die sich zudem noch im spiegelglatten See spiegelten. Natürlich ist mir bewusst, dass es riskant ist, das hier so hervorzuheben, da man Nordlichter schlichtweg nicht bestellen kann. Aber dass wir dieses Spektakel als Gruppe bei der ersten Herbstdurchführung gemeinsam so erleben konnten, bleibt unvergesslich!
Nordlichter - Aurora Borealis
Ja, man sieht sie von blossem Auge wenn sie stark genug sind - so wie diese hier. Wer mehr darüber erfahren möchte, findet hier in einem meiner früheren Blogs mehr technische Infos.
GFX 100s II
Und ebenso unvergesslich ist, wenn dich Andy kurz nach 6 Uhr am Morgen danach aus dem Zelt holt und sagt: “Jetzt musst du sofort raus kommen und die Kamera mitnehmen”. Ich stieg so wie ich geschlafen hatte aus dem Zelt: Pulli, Trainerhosen, Wollmütze, aber barfuss, und fotografierte eine für mich noch nie dagewesene Morgenstimmung. Doch bevor ich gar keine Gefühle mehr in den Füssen hatte, zog ich mich an und kochte die ersten Tassen Kaffee für die Crew.
Fotos von Andy mit seiner Fuji X-T5.
Der Morgenshot von Robert
Robert war auch schon sehr früh auf - zu kalt war es dann im Zelt.
Foto: Fuji X-T3
Zurück im Haus waren wir gegen 15 Uhr. Es wurde eingeheizt, um zu duschen, Kleider gewaschen und schon mal vorgepackt, denn morgen ist dieses Abenteuer schon wieder zu Ende. Zum Abendessen gab es nebst den Burgern vom Feuer auch noch das von meinem Nachbarn offerierte Elch-Steak (selbst geschossen).
Ruska ist anders
Was war also an der Herbst-Durchführung so viel anders? Nichts im eigentlichen Sinn und doch so ziemlich alles, wenn man es von dem Standpunkt her betrachtet, was uns die Natur alles geboten hat. Die Wälder waren nicht mehr so giftgrün, sondern die Birken trugen allesamt schon ihr gelbes Kleid. Mücken hatte es auch praktisch keine mehr, die Tage waren wesentlich kürzer als im Sommer und es war auch schon spürbar kälter, was die gemütlichen Abende von draussen lieber ins Innere des Hauses verlagerte.
Drei Mal danke!
Ich bin euch, Franziska, Andy und Robert, enorm dankbar für diese tolle gemeinsame Zeit und das Vertrauen, das ihr mir als Guide und Gastgeber entgegengebracht habt. Und dass wir unser vorgesehenes Programm dank eurer Flexibilität komplett durchführen konnten, war einfach grossartig!
Wie ging das doch gleich?
“Fotos, Lightroom & kein Internet, bleib ich nächstes Mal doch lieber im Bett - Priis!”
Hier ready to go in Storberg vor dem Materialraum bei Wildact Adventure! In den Fässern werden die Schlafsäcke, Zelte, Ersatzkleider und das Essen verstaut. Snacks und Kameras sind im eigenen Rucksack immer griffbereit.
Ein solches Abenteuer gelingt aber nicht nur dank einer tollen Gruppe, sondern auch durch starke Partner an meiner Seite. So gab es wieder grossartigen Support vom Camerastore mit den vielen #Kodakmoments und auch ein sehr grosses Dankeschön geht an Wildact Adventure aus Storberg für die Bereitstellung der Kanus und Material für das zweitägige Highlight auf dem Wasser.
Du fragst dich, ob du auch hierher passt?
Wenn du es mit Lesen bis hierher geschafft hast, dann gehörst du definitiv zu meiner priorisierten Zielgruppe für dieses Abenteuer. Wer sich die Zeit nehmen kann, hier bis ans Ende zu lesen und sich auch in der Natur mal aufhalten kann, ohne permanent aufs Handy schauen zu müssen oder etwas posten zu wollen, der ist bei mir im hohen Norden und in dieser Woche am richtigen Ort. Manche Erlebnisse sind eben auch nicht zum sofortigem Teilen gedacht - sondern um zu erleben, zu geniessen - und das manchmal sogar ganz für sich allein.
Wenn dich das anspricht: dann “Willkommen bei Destination Norden!”
Die Anmeldungen für die Durchführungen 2027 sind jetzt offen. Sichere dir deinen Platz und werde Teil meiner Abenteuer-WG für eine Woche und erfahre selbst, wie anders das Leben im hohen Norden sein kann. Zur Anmeldung geht’s hier!
Und hier wie letztes Mal ein paar #Kodakmoments aus unseren Einwegkameras.